Klaus Kienle ist tot
Weltbekannter Mercedes-Restaurator verstorben
Klaus Kienle ist tot. Der bekannte Mercedes-Restaurierer stand zuletzt wegen gefälschter 300 SL unter Betrugsverdacht.
02.04.2025 Andreas Of-Allinger
Am Dienstagabend (1.4.2025) erfuhr sein Umfeld, dass Klaus Kienle verstorben sei. Der Gründer von Kienle Automobiltechnik sei tot in seinem Haus gefunden worden. Laut "Stuttgarter Zeitung" sei Kienle eines natürlichen Todes gestorben. Er wurde 77 Jahre alt.
Gründer der Kienle Automobiltechnik GmbH
Klaus Kienles hatte aus einer Garage heraus einen weltweit anerkannten Restaurierungsbetrieb für hochwertige Oldtimer aufgebaut. Die 1984 gegründete Kienle Automobiltechnik GmbH in Heimerdingen bei Stuttgart galt als Spezialist für 300 SL Flügeltürer und den Mercedes 600. Die Firma hatte zuletzt bis zu 80 Mitarbeiter, darunter Spezialisten für Karosseriebau, Elektrik, Sattlerei und Motoreninstandsetzung. Die Firma handelte außerdem mit hochwertigen Oldtimern. Die teils prominente Kundschaft kam aus der ganzen Welt.
Ende Oktober 2023 hatte die Kienle Automobiltechnik GmbH Insolvenz angemeldet. Zum 1. Februar 2024 hatte die Mercedes-Benz Heritage GmbH für 3,05 Millionen Euro 25 Mitarbeiter, Ersatzteile und Werkzeuge des insolventen Restaurierungsbetriebs übernommen.
Durchsuchung und Ermittlungen
Anfang 2023 war der Betrieb in den Fokus der Justiz geraten: Am 31. Mai 2023 durchsuchten Beamte des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts "des gewerbsmäßigen Betrugs mit dem Verkauf von gefälschten Oldtimern" den Firmensitz und die Wohnräume der drei Geschäftsführer. Bei der Durchsuchung wurden Autos, Teile und Unterlagen beschlagnahmt.
Die Ermittlungen dauerten an, erklärte das Landeskriminalamt zuletzt auf Nachfrage. Klaus Kienle wird sich nicht mehr vor Gericht verteidigen können.