Die Guldstrand GS90
Das ist die wohl seltenste Corvette
Die Guldstrand GS90 ist ein seltener Umbau der Corvette C4 ZR-1, entwickelt von Rennfahrer Dick Guldstrand. Mit nur sechs Exemplaren ist sie ein exklusives Meisterwerk.
02.04.2025 Carina Mollner
Die Chevrolet Corvette ist bekannt für ihre zahlreichen Sondereditionen und Modifikationen. Eine der selteneren und weniger bekannten Varianten ist die Guldstrand GS90, die auf der Corvette C4 ZR-1 basiert. Dieser Umbau, der in den 1990er Jahren von Dick Guldstrand und seinem Team entwickelt wurde, ist durch seine geringe Produktionszahl, die speziellen Modifikationen und die ungewöhnliche Optik zu einem seltenen Exemplar geworden.
Die Guldstrand GS90 unterscheidet sich optisch deutlich von der C4 ZR-1 und erinnert entfernt an eine Dodge Viper. Guldstrand Automotive (GSA) präsentierte das Fahrzeug 1995, also vor 30 Jahren. Der Umbau begann mit einer umfangreichen Umgestaltung der Karosserie: Die originalen ZR-1-Teile wurden durch eine neue Karosserie aus Fiberglas und Carbonfaser ersetzt. Das Design wich deutlich von den kantigen Linien des ZR-1 ab und zeigte rundere Formen.
Die Farbkombination aus Blau und Weiß des GS90 ist eine Hommage an die Corvette-Grand-Sport-Prototypen der 1960er-Jahre. Dick Guldstrand wählte diese Kombination, um eine Verbindung zur Corvette-Heritage herzustellen. Irrtümlicherweise können diese Farben an die Dodge Viper erinnern. Der Ursprung kommt aber tatsächlich aus der Vergangenheit der Corvette.
Technische Modifikationen
Neben der optischen Veränderung erhielt die Technik des GS90 ebenfalls eine Reihe von Anpassungen. Der 5,7-Liter-V8-Motor des ZR-1 wurde von Tuner Doug Rippie weiterentwickelt. Die Leistung stieg von 405 PS auf 475 PS, was den GS90 noch leistungsfähiger macht. Dazu kam eine überarbeitete Aufhängung mit verstellbaren Bilstein-Stoßdämpfern und neuen Polyurethan-Buchsen, was die Fahrdynamik des Fahrzeugs verbessert. Die Beschleunigung des GS90 von 0 auf 100 km/h beträgt etwa 4,0 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit wird auf rund 280 km/h geschätzt.
Trotz der ursprünglichen Pläne, zwischen 100 und 150 Exemplare des GS90 zu produzieren, wurde die tatsächliche Zahl auf nur sechs Fahrzeuge reduziert. Das Projekt erreichte nie die erhoffte Serienproduktion, weshalb die GS90 heute eines der seltensten Modelle im Corvette-Portfolio ist.
Die Corvette C4 ZR-1 als Basis
Die Guldstrand GS90 basiert auf der Corvette C4 ZR-1, die Chevrolet von 1990 bis 1995 produzierte. Für die Entwicklung der ZR-1 arbeitete Chevrolet damals mit Lotus zusammen. Die ZR-1 war mit einem neuen 5,7-Liter-V8-Motor ausgestattet, dem LT5, der eine Leistung von 375 PS erzielte. Dieser Motor war ein maßgeblicher Bestandteil des Erfolgs und hob das Fahrzeug in der Leistungsklasse der damaligen Super-Sportwagen hervor.
Neben dem Motor war die ZR-1 mit weiteren Performance-Upgrades ausgestattet. Dazu gehörten ein speziell entwickeltes Sechsgang-Getriebe von ZF, eine verbesserte Bremsanlage sowie eine sportlich abgestimmte Aufhängung. Auch optisch hob sich die ZR-1 von den anderen C4-Varianten ab. Unter anderem durch eine größere Auswahl an Lackierungen und spezifische Designelemente.
Der Vater der Guldstrand GS90
Dick Guldstrand war nicht nur ein erfahrener Rennfahrer, sondern auch ein einflussreicher Tuner und Entwickler im Bereich der Corvette. Seine Leidenschaft für die Marke und sein tiefes technisches Verständnis führten dazu, dass er das Tuning und die Modifikation von Corvettes auf ein neues Niveau hob. Als Gründer von Guldstrand Motorsports arbeitete er eng mit Chevrolet zusammen und verhalf zahlreichen Corvette-Modellen zu besseren Fahrleistungen und Upgrades. Besonders bekannt wurde er durch seine Arbeit an der Chevrolet Corvette ZR-1, die er mit seinen Modifikationen für den Rennsport optimierte.
Durch seine Zusammenarbeit mit renommierten Partnern und seine Expertise im Fahrzeugbau hinterließ Guldstrand einen bleibenden Eindruck in der Corvette-Geschichte. Mit der Guldstrand GS90 setzte er ein weiteres Zeichen und schuf eine der exklusivsten und seltensten Varianten der Corvette. Obwohl er 2009 verstarb, bleibt sein Erbe in der Welt der Corvette-Tuning- und -Modifikationen lebendig.