Kaufberatung Ford 17M/20M P7
Der Unauffällige: Sachlich und kühl
Rost ist das Hauptproblem beim P7, die Technik ist robust und im Ernstfall leicht zu reparieren. Weil eine Restaurierung nicht lohnt, dominieren reparaturgeschweißte Exemplare von fragwürdiger Qualität. Unverzichtbar ist eine genaue Prüfung.
13.03.2010Karosserie-Check
Weil Rostschutz Ende der sechziger Jahre noch ein Fremdwort war, landeten viele Ford 17 M und 20 M P7 mitleidlos auf dem Autofriedhof. Zuerst blüht die braune Pest an den Vorderkotflügeln, den hinteren Radläufen, den Endspitzen und den Schwellern. Die Blechverstärkungen der Federbeindome neigen ebenfalls zum Durchrosten.
Auch die beiden Längsträger, die sich über die gesamte Wagenlänge am Unterboden erstrecken, sind im Spritzbereich der Vorderräder und an der Vorderachsaufhängung rostgefährdet. Manchmal ist der Kraftstofftank undicht, weil er unter den Fangbändern durchrostet. Die Materialien der Innenausstattung sind recht verschleißfreudig.
Technik-Check
Sowohl die Ford-V4 als auch die V6-Motoren sind robust und legendär langlebig. Probleme gibt es manchmal mit den Novotex-Stirnrädern für den Nockenwellenantrieb, die alle 100.000 Kilometer gewechselt werden sollten. Die Graugussköpfe mögen zur Schonung der Ventilsitze Bleiersatz als Benzinadditiv.
Ford-Motoren neigen zu Ölundichtigkeiten. Leider wird die Wartung dieser laufruhigen und elastischen Motoren oft vernachlässigt – klappernde Ventile, rostbraunes Kühlwasser und defekte Drosselklappenwellen der Vergaser deuten darauf hin. Die Getriebe sind äußerst haltbar, die C3-Automatik weniger.
Preise
- Bei Einführung 1967 (Ford 17M 1700 S) :
- 7.730 Mark
- Bei Produktionsende 1972 (Ford 17M 1700 S) :
- 8.660 Mark
Ersatzteile
Die Ersatzteillage ist bei Ford weniger erfreulich. Das 1977 abgebrannte Zentrallager hat daran ebenso Anteil wie viele Ford-Händler, die mangels Nachfrage rigorose Lagerräumungen betrieben. Technikteile sind dagegen über Spezialisten wie Autohaus Foerster in Koblenz problemlos zu bekommen.
Schwachpunkte
- Kotflügel und Stehbleche
- A-Säule
- Längsträger am Unterboden
- Schweller, hinteres Radhaus
- Radläufe und Endspitzen
- Wagenheberaufnahmen
- Motordichtungen
- Novotex-Stirnräder
- Zugesetzte Kühler
- Fahrwerksbuchsen
Wertungen
Fazit
Rost ist das Hauptproblem beim P7, die Technik ist robust und im Ernstfall leicht zu reparieren. Weil eine Restaurierung nicht lohnt, dominieren reparaturgeschweißte Exemplare von fragwürdiger Qualität. Unverzichtbar ist eine genaue Prüfung.